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ÜBERGANGSRÄUME VON KUNSTAKADEMISCHER HOCHSCHULBILDUNG ZU SCHULISCHER LEHRPRAXIS

Künstlerische Potenziale im Transfer auf kunstpädagogisches Denken und Handeln.

Aktuelles Forschungsprojekt an der Kunstakademie Münster - Laufzeit 2011-2014
gemeinsam mit Katja Böhme

Beitrag BUKO 12 - Part 03
gemeinsam mit Antje Dalbkermeyer - wiss. Mitarbeiterin an der Kunstakademie Münster


Partizipatorische Übergangsräume - per Schiff nach Recklinghause.pdf

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ARTISTIC AND AESTHETIC APPROACHES TO
PLACES OF THE LIVED-EXPERIENCE

Abstract: (Qualitative research 2008- 2010)

The increasing spread of cooperation between schools, artists and cultural institutions is motivated by a fundamental lack. The movement responds not only to the lack of essential skills, announced in empirical studies, but also to the consequences of an institutionally organized pedagogy, which has lost the subjects of education itselves out of sight, that is to say the attention and awareness to something very deep and elemental in the educational situations. When artists work at school they are able to bring along a different and open view not only towards the pupils, but also towards the place, the community and the institutional order. Looking for answers to these impressions and observations in an artistic way there might arise an >ArtPlace<. at the borders and in the gaps of the institutional structure.

This presentation will offer an insight into a qualitative case-study research, reconstructing a process of experience and personal development, taken place in the project of >School as ArtPlace<. at a comprehensive school in Nordrhein-Westfalen.

The research is orientated in two directions, choosing an ethnographical (M.Augé) as well as a phenomenological hermeneutical perspective. It approaches to the place of school under conditions of artistic intervention. We assume that the process of learning as a lived experience is determined by many numerous of influences, as there are biography, history and other contexts. School in generaly and each school in a special kind creates and defines a place as a life-world of a specific kind. The pupils, teachers and other persons have to take a stand, a position to the others, to the place, to the things at the place and to themselves. Indeed this process happens with more or less awareness. The persons are connected with happenings of the past and intentionaly related to those in the future, with those who could and will be influenced by themselves and those who cannot. In this process she or he remains connected with the places, where the lived experiences of learning accurred. This place is inside and outside at the same time. So we are looking for an appropriate approach to these events, to these >moments of contact<. and to the specific >incidents of difference< that have taken place. There remain traces from these events, which can appear in the process of remembering and can be told in a story or an image which gives important informations about the relationship between the empirical place and the specific of the lived experience. Accordingly under an epistemological point of view it makes sense to relate the term of the place with the structure of time-experience.

The problems to be negotiated are the quality of the experience itself in the case-study, the circumstances in which it could happen, as well as the questions of the methods to approach and to understand. With reference to the theory of Paul Ricoeur (2007) they are all understood as parts of a common cultural process.

 

Dr. Birgit Engel taught and researched in the field of (inter)cultural education at the University of Bielefeld. Since 2011 she is Professor  of art education at Academie of Fine Arts in Münster. In her book >Spürbare Bildung< she has developed a participatory approach, working with images of remembering, based on Gadamers philosophical and zur Lippes aesthetic hermeneutics. The actual research is motivated by the goal to make the participatory approach useful for empirical school research. The research is developed in a scientific contact with Prof Dr. Paul Mecheril – Faculty of Bildungswissenschaften at the University of Innsbruck. B. Engel is also coordinator for aesthetic education in a comprehensive school.

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KÜNSTLERISCH-ÄSTHETISCHE ZUGÄNGE ZU ORTEN DES
SCHULISCHEN BILDUNGSGESCHEHENS

Abstract: (Forschungsprojekt 2008-2010)

Die Hoffnungen, die sich gegenwärtig auf die sich ausbreitende Mitarbeit von Künstler/innen in Schulen und Kooperationen mit außerschulischen Kulturinstitutionen richten sind grundsätzlicher Natur. Sie antworten nicht nur auf einen empirisch ermittelten Mangel an wesentlichen Kompetenzen, sondern auf eine institutionell organisierte Pädagogik, die die Bildungssubjekte selbst, das heißt etwas Elementares und Tiefes im zwischenmenschlichen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Blick und aus dem Gespür verloren hat. Indem Künstlerinnen und Künstler in pädagogischen Projekten auf diese Orte antworten und dabei die Perspektive auf den Ort verschieben, kann ein KunstOrt entstehen im Zwischenraum der bestehenden Ordnungen und an ihren Grenzen.

Vorgestellt und diskutiert werden soll ein Ausschnitt aus einem qualitativen Bildungsforschungsprojekt, in dem am Fallbeispiel ein Bildungsprozess rekonstruiert wird, der sich im Rahmen des Projekts >Schule als KunstOrt<. an einer nordrhein-westfälischen Gesamtschule ereignet hat. 

Das Forschungsprojekt ist ein ethnographisches (M. Augé) und zugleich geisteswissenschaftlich phänomenologisch-hermeneutisch ausgerichtetes Forschungsvorhaben, das sich Bildungsphänomenen am Lernort Schule unter Bedingungen der künstlerischen Intervention annähert. Das Bildungsgeschehen wird dabei als ein von vielseitigen Wechselwirkungen, u.a. biographischen, geschichtlichen und kontextuellen Einflüssen mitbestimmter Vorgang verstanden. Schule allgemein und die einzelne Schule im Besonderen kreiert und definiert einen Ort als spezifische Lebenswelt. Situiert an diesem Ort muss die sich bildende Person sich zu den anderen, zu den Dingen und zu sich selbst in ein immer wieder neu zu findendes, bewusstes und unbewusstes Verhältnis setzen. Intersubjektiv situiert, in vergangene und zukünftige Ereignisse verwoben, an diese Geschichten erinnernd, und gerichtet auf Zukünftiges bezogen, verwoben mit Momenten von Kontingenz und Unbestimmbarkeit bleibt das Bildungsgeschehen dabei gebunden an den Ort eines konkreten Ereignisses. Dieser Ort ist ein innerer und ein äußerer im gleichen Moment. So suchen wir nach angemessenen methodischen Annäherungen an diese Ereignisse, an die >Momente des Kontakts<. und an das >Erscheinen der Differenz<. Es bleiben Spuren dieser Ereignisse zurück, die im Prozess der Erinnerns in Erscheinung treten und in einer Geschichte oder in Bildern erzählt werden können. Diese enthalten wichtige Auskünfte über die Beziehung zwischen dem empirischen Ort Schule und dem Bildungsgeschehen der Personen. Unter erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten erscheint es deshalb sinnvoll, wenn man den „Zugang zum Ort“ an die zeitliche Struktur der Erfahrung und der Erkenntnisgewinnung bindet.

Die zu diskutierenden Überlegungen werden sich sowohl auf eine rekonstruierende Charakterisierung eines „Bildungsprozesses“ und seiner kontextuellen Ermöglichung am Fallbeispiel richten, als auch auf Fragen des method(olog)ischen Zugangs zu seiner Rekonstruktion und zu seinem Verständnis. In Anlehnung an die Theorie Paul Ricoeurs ( 2007) sollen diese als Teile eines gemeinsamen Kulturprozesses verstanden werden.

Dr. Birgit Engel lehrte und forschte im Bereich der Kulturarbeit und der interkulturellen Pädagogik an der Universität Bielefeld. 2011 erhielt sie einen Ruf für die Professur für Kunstdidaktik an der Kunstakademie Münster. In ihrem Buch „Spürbare Bildung“ hat sie in Anlehnung an Gadamers philosophische und zur Lippes ästhetische Hermeneutik einen teilhabenden erziehungswissenschaftlichen Forschungszugang zum Bildungsphänomen auf der methodischen Grundlage von Erinnerungsbildern entwickelt. Das vorzustellende Forschungsprojekt wird u.a. geleitet von dem Anliegen, den entwickelten Forschungszugang einer „bewussten Teilhabe“ auf die sozialwissenschaftliche empirische Erschließung und Interpretation von Material zu übertragen. Das Forschungsvorhaben entwickelt sich in einem wissenschaftlichen Kontakt mit Dr. Paul Mecheril, Professor an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Innsbruck. B. Engel ist auch OstR und Koordinatorin für Ästhetische Bildung an einer Gesamtschule.

 
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